Mai 2011 | Im Angesicht der Lawine von Artikeln und Insights über Social Commerce präsentieren wir euch den F-FACTOR. Dieses Briefing beschäftigt sich damit, wie das Kaufverhalten von Konsumenten auf immer raffiniertere Weise von Freunden, Fans und Follwern beeinflusst wird.

F steht für Freunde, Fans & Follower, die die Kaufentscheidungen der Konsumenten auf immer raffiniertere Weise beeinflussen.

THE F-FACTOR

Über Social Media und Social Commerce als Boten einer neuen Marketing-Ära ist bereits viel gesprochen worden, so dass wir uns hier nicht mehr mit den Grundlagen aufhalten werden. Stattdessen werden wir uns darauf konzentrieren, wie Freunde, Fans und Follower auf immer raffiniertere Weise Einfluss auf die Kaufentscheidungen der Konsumenten nehmen und so immer mächtiger werden. Wir nennen es den F-FACTOR:

THE F-FACTOR | Wenn es darum geht, neue Produkte und Services zu entdecken, zu diskutieren und zu kaufen, können sich die heutigen Konsumenten vermehrt auf immer raffiniertere Netzwerke von Freunden, Fans und Followern verlassen. Darum ist es für Marken wichtiger als je zuvor, den F-FACTOR zu haben.

Warum ist der F-FACTOR für Konsumenten so wichtig? Er verspricht ihnen eine effizientere, relevantere und interessantere Konsum-Arena*. Zuvor mussten Konsumenten zuvor entweder viel Zeit und Mühe aufwenden, um das Beste vom Besten zu finden, oder sich auf Quellen verlassen, die entweder schwer zu finden oder aufgrund ihres unbekannten Ursprungs nicht vertrauenwürdig (weil markengetrieben) waren. All dies macht sie potentiell unzuverlässlich oder irrelevant.

Dabei hatte Konsum schon immer einen sozialen Aspekt: die Menschen haben sich immer davon beinflussen lassen, was ihr Umfeld denkt und kauft. KellerFay, eine US-amerikanische Word of Mouth-Beratungsfirma, schätzt, dass allein in den USA jedes Jahr fast eine Billion Gespräche über Marken geführt werden. Wie so oft bei Consumer Trends ist das Verhalten der Konsumenten im Kern selten neu, aber technische Fortschritte ermöglichen immer neue Manifestationen dieses Verhaltens und verstärken seine Wichtigkeit und Einfluss. Tatsächlich sind die treibenden Kräfte hinter dem F-FACTOR vor allem neue Tools und Plattformen, die Konsumenten und Marken gleichermaßen offen stehen, und die unglaubliche Zahl von Menschen, die diese Tools verwenden und sie konstant weiterentwickeln.

Anmerkung: Dieses Trend Briefing beschäftigt sich mit dem neuen Phänomen, dass Konsumenten in ihren Kaufentscheidungen von ihren Friends, Followern und anderen, die sie "kennen", beeinflusst werden. Mehr Informationen über Konsumenten, die sich aktiv an diesem Phänomen beteiligen, finden Sie in unserem Briefing Die11 wichtigsten Konsumtrends für 2011 , in denen wir uns kurz mit dem Aufstieg der SOCIAL-LITES beschäftigen und klären, warum Konsumenten zunehmend auch Kuratoren sind, indem sie ihre Käufe und Erfahrungen aktiv verbreiten, remixen, kommentieren, teilen und empfehlen. Hinweis: all dies hat natürlich und wie immer mit der sich verändernden STATUSPHERE zu tun ;-)

(Bildquelle: 55His.com)

Hier einige aktuelle Statistiken zur Reichweite und Kraft des F-FACTORS:

  • Der F-FACTOR wird derzeit von Facebook dominiert: über 500 Millionen aktive User verbringen über 700 Milliarden Minuten pro Monat auf der Webseite. (Quelle: Facebook, April 2011)
  • Und sein Einfluss beschränkt sich nicht nur auf Facebook selbst. Jeden Monat kommen mehr als 250 Millionen Menschen über mehr als 2,5 Millionen externe Webseiten mit Facebook in Kontakt. (Quelle: Facebook, April 2011)
  • Der durchschnittliche User klickt neun Mal im Monat auf den „Like"-Button. (Quelle: Facebook, 2010)

Und hier einige markenbezogene Statistiken zum F-FACTOR::

  • Drei Viertel der Facebook-User haben schon einmal auf der Seite einer Marke auf den „Like"-Button geklickt. (Quelle: AdAge/ Ipsos, Februar 2011)
  • Juicy Couture's Product Purchase Conversion Rate stieg um 160%, nachdem die Marke erstmalig online eine Social Sharing-Funktion angeboten hatte (Quelle: CreateTheGroup, Februar 2011)
  • Incipio Technologies, ein Anbieter für Elektronikzubehör, fand heraus, dass die Purchase Conversion Rate von Facebook-Empfehlungen doppelt so groß ist als der Durchschnitt. (Quelle: Business Insider, März 2011)
  • Aber es ist nicht nur Facebook allein: Ein weiteres Beispiel ist das explosionartige Wachstum der Daily Deal-Webseite Groupon, die zweieinhalb Jahre nach dem Launch im November 2008 durch Empfehlungen von Freunden und Kollegen via Email über 40 Millionen Deals verkauft hatte ;-)

Hier nun fünf Beispiele, wie der F-FACTOR das Konsumverhalten beeinflusst::

  1. F-ENTDECKUNG: Wie Konsumenten neue Produkte und Services entdecken, indem sie sich auf ihre sozialen Netzwerke verlassen.
  2. F-BEWERTET: Wie Konsumenten immer öfter (und automatisch) über ihre sozialen Netzwerke passende Bewertungen, Empfehlungen und Rezensionen erhalten werden.
  3. F-FEEDBACK: Wie Konsumenten ihre Freunde und Follower konsultieren können, um ihre Kaufentscheidungen zu prüfen und zu verbessern.
  4. F-ZUSAMMEN: Wie Shopping eine zunehmend soziale Aktivität wird — sogar wenn sich Konsumenten und ihre Freunde nicht einmal im selben Raum befinden.
  5. F-ICH: Wie die sozialen Netzwerke der Konsumenten selbst wortwörtlich zu Produkten und Dienstleistern werden.

* In diesem Trend Briefing geht es um die Auswirkungen der zunehmenden sozialen Vernetzung der Konsumenten darauf, wie Produkte gefunden, ausgewählt und letztlich gekauft werden: was geschieht, wenn Kaufentscheidungen stärker von der Gruppe als von personalisierten Angeboten in sozialen Netzwerken (die weiterhin der Fokus von F-COMMERCE sind) beeinflusst werden. Mehr Informationen dazu finden Sie auch auf der exzellenten Webseite Social Commerce Today.

Noch eine letzte Warnung: es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie sich Konsumenten gegenseitig beeinflussen können: sei es durch gemeinsames „Filtern" von Angeboten oder durch kollektive oder ‚Social'-Informations-Modelle. Um dieses Dokument nicht zum Buch werden zu lassen konzentriert sich dieses Briefing auf bereits etablierte oder ausdrücklich als solche konzipierte soziale Netzwerke.

1. F-ENTDECKUNG

Wie sich Konsumenten sich mit Gleichgesinnten austauschen, um das Beste vom Besten zu entdecken

Konsumenten sind davon besessen, immer das Beste vom Besten zu besitzen oder zu erleben; ihr Verlangen nach Glück, Spannung, Interaktion und Gemeinschaft ist die beste Erklärung für die Zugkraft der F-ENTDECKUNG. Menschen sind sehr daran interessiert was ihre Freunde und Kontakte denken, tun, essen und lesen; welche Musik sie hören, welches Auto sie fahren, wo sie Urlaub machen, und was sie kaufen. Denn sehr oft entspricht all das genau dem, wie sie sich selbst gerne sehen würden.

Es ist also nicht überraschend, dass Konsumenten nur zu gerne die zahllosen Communities, Tools und Apps annehmen, die ihnen Zugang zu Empfehlungen von Freunden, Fans, Followern und vielen anderen gewähren. Hier ein paar Beispiele:

  • Polyvore bezeichnet sich selbst als 'eine Community von ‚Stilbildnern', in der User Artikel aus dem Web zu virtuellen ‚Looks' oder Sets zusammenstellen und in ihren sozialen Netzwerken mit ihren Freunden teilen können. Die Webseite bietet zudem wechselnde Sets von Marken oder Celebrities an, aus denen die User einzelne Artikel bewerten und auch erwerben können.
  • Boutiques.com ist eine personalisierte Shopping-Webseite von Google, auf der Besucher aus ihren Lieblingsartikeln ihre eigene Kollektion zusammenstellen können.
  • Benutzer von Thefind, einer Shopping-Suchmaschine, können, 'Shoppen wie ihre Freunde’ und sehen, welche Artikel ihren Facebook-Freunden gefallen und welche Produkte sie bevorzugen.
  • Eine Reihe von Erweiterungen macht es Konsumenten immer einfacher zu sehen, was ihren Freunde im Internet „gefällt": Likebutton.com zeigt an, welche Produkte auf welchen beliebten Seiten von Freunden angeklickt wurden, und LikeJournal speichert die „Likes" von Freunden und anderen Usern.
  • Das belgische Magazin Flair launchte im März 2011 ihre fashiontag Facebook App, mit der User die Kleidung ihrer Freunde in Fotos taggen und sie dann fragen können, wo sie gekauft wurden. Innerhalb einer Woche stieg die Zahl von Flair's Facebook-Freunden von 17 000 auf 23 000 – das sind satte 35%. (via AdAge)
  • Kaboodle, Pinterest, Svpply, Fancy und Nuji helfen Usern dabei, neue Produkte zu entdecken, die bereits von anderen Konsumenten gekauft wurden - sei es Kleidung oder Kunst.
  • Käufer in Kanada können die iPhone Apps von ItSpot nutzen, um zu sehen, was andere Konsumenten in ihrer direkten Umgebung kaufen. Die Apps decken bereits mehrere Großstädte ab und bieten neben Angeboten auch Shopping-Tipps von lokalen Shoppingistas.
  • Im November 2010 entwickelten Gifts.com und Hunch zusammen die GiftFinder App, die sich im Facebook anmeldet und, basierend auf verfügbaren persönlichen Informationen, passende Geschenke für Freunde vorschlägt. Die Conversion Rate der Firma war um 60% höher als zuvor, als Usern noch generische Empfehlungen präsentiert wurden.

2. F-BEWERTET

Wie Konsumenten in ihren Netzwerken relevante Empfehlungen und Bewertungen genau dann bekommen, wenn sie sie brauchen

Manchmal wollen Konsumenten die besten Fundstücke am liebsten selbst entdecken. Dabei haben sie heute  immer mehr Zugang zu personalisierten Empfehlungen und Bewertungen von Produkten, von denen sie schon wissen, dass sie sie haben wollen. Man kann außerdem davon ausgehen, dass immer mehr Webseiten ganz automatisch Neuentdeckungen, Empfehlungen und Bewertungen* anzeigen werden, die von Freunden entdeckt wurden.

  • Levi's ist seit April 2010 die erste große Marke, die Facebook in ihren Online-Store integriert hat und den Benutzern zeigt, welches Produkt ihren Freunden „gefällt". Freunde können sich austauschen und so ihr Shopping-Erlebnis mit Gleichgesinnten genießen.
  • Das Instant Personalization-Projekt von Facebook geht weit über die Grenzen des sozialen Netzwerks hinaus, indem es Usern ermöglicht, sich die „Likes" oder Empfehlungen ihrer Freunde auf anderen Webseiten anzeigen zu lassen. Mit an Bord sind unter anderem die lokale Bewertungs-Webseite Yelp, die Musik-Plattform Pandora, Microsoft’s Suchmaschine Bing und die Reise-Webseite Trip Advisor. Durch die Zusammenarbeit mit Trip Advisor, die im Dezember 2010 begann, stehen die Bewertungen von Facebook-Freunden nun an erster Stelle, wenn man selbst eingeloggt ist. Man bekommt außerdem eine Übersicht, welche Städte von Freunden besucht wurden, und Freunde können sich gegenseitig Reisetipps schicken.
  • Im Juli 2010 launchte Amazon ein Feature, mit den User ihre Facebook- und Amazon-Accounts verbinden können. Amazon kann auf persönliche Daten aus dem sozialen Netzwerk zugreifen und so relevantere Empfehlungen aussprechen. Weiterhin informiert das Feature die User, welche Bücher, DVDs und Musiker bei ihren Freunden beliebt sind  - und erinnert sie außerdem an Geburtstage.
  • Im Februar 2011 präsentierte Microsoft’s Bing ihre Version der „Liked Results". Das Update integriert die Facebook-‚Likes' und Suchpräferenzen von Freunden in den Algorithmus der Suchmaschine.
  • Auf ähnliche Art und Weise ermöglicht Google’s +1 seit März 2011 personalisierte Suchergebnisse. Passende Ergebnisse werden mit ‚+1' markiert und dann mit den Google-Kontakten geteilt, indem sie in deren Suchergebnissen hervorgehoben werden. Google will damit erreichen, dass sich User gegenseitig helfen können, die besten und relevantesten Ergebnisse zu wählen.

* Bedenken zum Datenschutz stehen auch hier wie der sprichwörtliche Elefant im Raum. Für Marken ist es eine der größten Herausforderungen sicherzustellen, dass die Konsumenten immer volle Kontrolle — und die Wahl — darüber haben, wo welche Daten verwendet werden. Aber dazu mehr in einem anderen Briefing. Bis dahin empfehlen wir dieses exzellente (wenn auch etwas unheimliche) Themen-Feature des Wall Street Journals zu lesen: (What They Know).

3. F-FEEDBACK

Wie Konsumenten ihre Freunde und Follower konsultieren, um die besten Kaufentscheidungen zu treffen

Im letzten Jahrzehnt haben Konsumenten durch Online-Bewertungen große Macht über den Markt gewonnen (siehe TRANSPARENCY TRIUMPH (TRIUMPH DER TRANSPARENZ)). Leider sind anonyme Bewertungen nicht immer das, was Konsumenten brauchen oder wollen, denn denn oft fehlt es ihnen gerade dann an Relevanz und Kontext, wenn Konsumenten im Angesicht vieler Optionen einfach nur eine eindeutige und endgültige Meinung hören wollen.

Dies führt uns direkt zum F-FEEDBACK: Konsumenten veröffentlichen aktiv ihre Kaufabsichten an ihre Freunde und Kontakte, um personalisiertes Feedback zu erhalten.

Hier sind einige Indikatoren:

  • Produktempfehlungen von Familienmitgliedern (63%) und Freunden (31%) genießen das größte Vertrauen. Dennoch gehen 81% der US-amerikanischen Konsumenten online, um sich weiter zu informieren, wobei 55% bei Produktbewertungen und 10% in sozialen Netzwerken Rat suchen. Bei den 25-34-jährigen tun dies sogar 23% (Quelle: Cone Inc, Juni 2010)
  • 90% der Befragten vertrauen den Facebook-Empfehlungen ihrer Freunde (Quelle: ExactTarget, August 2010)
  • 31% der täglichen Twitter-User fragen ihre Follower nach ihrer Meinung zu Produkten und Services. (Quelle: Edison Research & Arbitron Internet, April 2010)

Hier noch eine weitere treibende Kraft hinter F-FEEDBACK: indem mehr und mehr Konsumenten ihren Online-Ruf als etwas betrachten, das man sowohl weiterentwickeln wie schützen sollte, verbessert sich auch die Qualität der Antworten im Netz. Hier ein paar Beispiele:

  • Facebook Questions wurde vor kurzem so umgestaltet, dass man nun ausschließlich seine Freunde (anstelle der gesamten Facebook-Gemeinschaft) fragen kann.
  • Webseiten wie StackExchange und Quora bieten Usern die Möglichkeit, bestimmten Themen und User zu folgen — so entsteht eine Datenbank von Fragen und Antworten, die eindeutig markiert und durch eine öffentliche Suche gefunden werden können.
  • LoveThis ist eine Webseite für User-Bewertungen, auf der man Tipps und Empfehlungen für seine Freunde in sozialen Netzwerken schreiben kann.
  • Die Q&A-Webseiten Gogobot und Hotel Me versuchen die Lücke zwischen tatsächlichen Freunden (denen man zwar vertraut, die aber keine Antwort wissen) und einem größeren Publikum zu schließen.

Es gibt dazu noch eine ganze Reihe von Webseiten, auf denen Konsumenten Tipps und Empfehlungen zu Produkten und Services finden können und die über ein eher generelles Q&A hinausgehen:

  • Visa’s RightCliq ist ein Online-Shopping-Tool, mit dem Konsumenten Produkte auf eine ‚Wunschliste' schreiben können, die dann mit Freunden geteilt werden kann, um Feedback zu erhalten.
  • Shopsocial.ly ist eine Plattform, auf der Konsumenten mit Freunden und anderen Usern Produkt- oder Kaufempfehlungen austauschen können. Die Webseite macht es möglich, eine Frage zu einem Produkt zu ‚rufen', um von einer Gruppe vertrauenswürdiger Berater Feedback zu erhalten.
  • Die Preisvergleich-Webseite Twenga ging im April 2011 online und macht es seitdem möglich, Fragen direkt in sozialen Netzwerken zu posten.

Durch die Verbreitung von Smartphones ist F-FEEDBACK auch in Echtzeit möglich:

  • MyShopanion und Scandit sind nur zwei von vielen iPhone Apps, mit denen man Barcodes scannen kann, um Online-Bewertungen und lesen oder aktuelles Feedback via Facebook oder Twitter zu erhalten.

Hier sind ein paar Beispiele, bei denen die eigenen Freunde sogar in der Umkleidekabine mit dabei sein können ;-)

  • Mit The Tweet Mirror können Kunden direkt aus der Umkleidekabine Schnappschüsse von sich an Freunde und Follower schicken.
  • In Spanien verband Diesel die Kameras in ihren Geschäften mit Facebook, so dass Kunden sich bei der Anprobe fotografieren konnten und die Fotos direkt auf ihr Profil posten konnten. So konnten sie direktes Feedback von ihren Freunden erhalten.
  • Von September bis November 2010 konnten Kunden im Macy’s Magic Fitting Room im New Yorker Flagship-Store mithilfe eines Augmented Reality-Spiegels Kleidungsstücke virtuell anprobieren und die Bilder auf Facebook posten.
  • Auf Go Try It On kann man nicht nur seine Freunde nach Feedback fragen, sondern auch die gesamte Community der Webseite nach ihrer Meinung zu einem bestimmten Outfit fragen.  

Immer mehr Online-Shopper teilen und diskutieren mögliche Käufe in Echtzeit mit ihrern Freunden:

  • Der US-amerikanischer Kleidungs-Einzelhändler WetSeal bietet ein ‚Shop With Friends’ Feature, das ähnlich funktioniert wie das ‚Shop Together'- Feature des Spielwarenherstellers Matell.
  • Shop With Your Friends, ein holländisches Start-up, hat ein Tool entwickelt, mit dem Konsumenten in Echtzeit zusammen shoppen können.
  • Quorus Discuss ist ein Plug-in, das jeder Online-Verkäufer installieren kann. Mit ihm können User miteinander chatten und Produkte mit ihren Freunden diskutieren.
  • Im November 2010 lud Cisco Konsumenten ein, am Cyber-Montag ihre Desktops mithilfe ihres WebEx-Tool für ihre Freunde sichtbar zu machen. An dem Tag direkt nach Thanksgiving bieten viele US-amerikanische Anbieter neue Online-Rabatte anbieten.

4. F-ZUSAMMEN

Wie Shopping eine zunehmend soziale Aktivität wird — sogar wenn sich Konsumenten und ihre Freunde nicht einmal im selben Raum befinden

Obwohl Gruppenkauf-Plattformen wie Groupon derzeit den lokalen Handel revolutionieren (siehe unseren Trend PRICING PANDEMONIUM (DIE NEUE PREISORDNUNG)) kennen sich die Individuen der Käufergruppe untereinander zumeist nicht. Die Konsumenten profitieren zwar von der Macht des Webs, indem sie bessere Angebote bekommen, aber dem Shopping-Erlebnis selbst fehlt häufig der F-FACTOR. Dabei entstehen gerade durch den F-FACTOR starke Anreize, bestimmte Einkäufe zu teilen, z. B. bei Konzertkarten: Wie kann man seine Freunde nicht automatisch einladen wollen, sobald man sich selbst eine Karte gekauft hat?

  • 83% der Konsumenten geben an, dass sie ihren Freunden von einem guten Deal erzählen. (Quelle: JWT Intelligence, Dezember 2010)
  • Facebook gab im April 2011 bekannt, dass Ticketmaster nach jedem geposteten Ticketkauf weitere Einnahmen in Höhe von 5,30 US-Dollar erwarten kann. (Quelle: New York Times, April 2011)
  • Eventbrite, eine Webseite für Eventtickets, fand heraus, dass User zehn mal häufiger in sozialen Netzwerken über bereits gekaufte Karten berichten als über Events, für die sie noch keine Karten haben. Leute, die ihren Freunden online über einen Ticketkauf erzählt haben, generieren 20% höhere Verkaufzahlen als die, die ihre Tickets noch nicht gekauft haben. Eventbrite schätzt, dass ein Post auf Facebook 2,53 US-Dollar wert ist. (Quelle: Eventbrite, März 2011)

Konsumenten können sich auf noch viel mehr Tools freuen, die ihnen dabei helfen, mitteilungswerte Käufe mit engen Freunden und Familie zu teilen und zu koordinieren. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Mit der Tickets Together Facebook App von Disney können User ihre Kinokarten direkt auf Facebook kaufen, Details der Vorstellung auf einer Pinnwand posten und Freunde einladen, ebenfalls Tickets zu kaufen.
  • Indische Konsumenten können das Gleiche mit der BookMyShow’s Ticket Buddy Facebook App tun.
  • Mit dem Group Gifts-Feature von Ebay können User seit November 2010 die Kosten für ein Geschenk teilen. Die Anwendung integriert Facebook in die Auktions-Plattform, so dass Freunde in eine private Gruppe eingeladen werden können. Gleichzeitig können Informationen vom Profil des Beschenkten verwendet werden, um Geschenkvorschläge zu erhalten.
2012 Premium Service

5. F-ICH

Wie die sozialen Netzwerke der Konsumenten selbst wortwörtlich zu Produkten und Dienstleistungen werden

Der F-FACTOR macht es außerdem möglich, Produkte auf Basis des eigenen Outputs und Aktivität innerhalb eines sozialen Netzwerken zu personalisieren:

  • Flipboard ist eine App, die Tweets und Updates zu einem persönlichen Online-Magazin zusammenfügt. Die kostenlose App ist seit Juli 2010 online und erstellt aus dem Social Content der User ein Magazin, in dem man nach den aktuellsten Stories, Fotos und Updates von Freunden und vertrauenswürdigen Quellen blättern kann. Links und Bilder werden direkt in das Layout eingefügt, so dass man nicht mehr ewig in langen Listen von Posts suchen und auch nicht mehr auf einen Link nach dem anderen klicken muss. Stattdessen sieht man alle Geschichten, Kommentare und Bilder auf einen Blick.
  • Seit März 2011 können LinkedIn-User auf ihrer Startseite alle Neuigkeiten und Geschichten und Links finden, die von ihren Kontakten gelesen und geteilt wurden (LinkedIn Today).
  • Newsle ist ein Tool, dass seit April 2011 in beta verfügbar ist. Es benachrichtigt User über Neuigkeiten über ihre Kontakte in den sozialen Netzwerken Facebook und LinkedIn.
  • Die ‚persönliche Suchmaschine‘ Greplin gibt es seit Februar 2011. Indem sie persönlichen Accounts wie Gmail, Facebook, Twitter und Google Docs scannt, können User jede beliebige Information schnell und einfach wiederfinden.
  • Der US-amerikanische Dienst PostPost startete im Dezember 2010 und ist eine kostenlose Anwendung, die das eigene Facebook-Profil in eine digitale Zeitung umwandelt. User können ihr Profil über die PostPost-Webseite freigeben, worauf dann eine Präsentation ihrer Neuigkeiten in Form einer traditioneller Zeitung erstellt wird.

Man beachte besonders diese „Zeichen der Zeit"-artigenF-ME-Beispiele von Konsumenten, die ihre Freunde und Follower im wörtlichen Sinne zu physischen Produkten und Services gemacht haben:

  • Mit Twournal können Twitter-User ihre Tweets und Bilder zu einem echten Tagebuch machen. Neben ihrem eigenen ‚Buch' können sie außerdem die Veröffentlichungen anderer Usern erwerben.
  • Der US-amerikanische Dienst CrowdedInk bietet eine App, mit der man Tassen mit Bildern seiner Facebook-Freunde oder Twitter-Follower bedrucken lassen kann. Die User müssen nur ihren Benutzernamen eingeben, um innerhalb weniger Minuten eine Vorschau der Tasse zu sehen.
  • Social Print Studio bietet die analoge Variante des Online-Fotoalbums an. Die Webseite erstellt Poster aus dem Profilbildern von Facebook-Freunden, Facebook-Fotoalben, Twitter-Followern und sogar Tumblr-Accounts.
  • Kunst Buzz, eine holländische Firma, hat damit begonnen Twitter-Kunstwerke anzubieten, die aus den Tweets des Users bestehen.

VIELE MÖGLICHKEITEN

Angesichts des F-FACTORS als wachsende Kraft in der Konsumarena bleibt Marken nur ein Weg zum Erfolg: sie müssen (wortwörtlich ;-) gefallen, wenn nicht sogar geliebt werden. Dieser Zuneigung und Liebe gewinnt man durch herausragende Leistung. In diesem Sinne ist das „Perform or Perish“-Prinzip gültiger denn je und betont zudem, dass es hier, während der F-FACTOR besonders in der Online-Konsumarena eine Rolle spielt, in Wirklichkeit um das ganz große Geschäft geht.

Beim F-FACTOR geht es darum, als Marke außergewöhnlich Leistungen zu bieten, die von den Kunden gefunden und ultimativ gekauft werden, ohne dass die Marke selbst noch mehr tun müsste. Es geht nicht darum, Leute zu bestechen oder sie um ein „Like“ im Facebook zu bitten. Denn die Marken, die wahrhaft den F-FACTOR haben, müssen sich darum sowieso keine Sorgen machen.

Es gibt genug Platz für alle ‚F-Unternehmer': entwickeln Sie schlicht und einfach Tools und Plattformen, die den Konsumenten dabei helfen, das Beste vom Besten zu entdecken, zu diskutieren und zu kaufen. Für B2C-Marken ist es an der Zeit, Innovationen, Produkte , Kampagnen und Erlebnisse mit dem wahren F-FACTOR zu liefern.

In der Zwischenzeit arbeiten wir hart an unserem Juni-Briefing, in dem es um ein Dutzend direkt anwendbare Mini-Trends gehen wird. Erzählen Sie doch schon einmal ihren Freunden und Followern davon ;-)