DIE 11 WICHTIGSTEN KONSUMTRENDS FÜR 2011

Einleitung | Ein neues Jahr, eine neue Achterbahnfahrt voller Bedrohungen und Möglichkeiten. Da sich aber auch inmitten von Währungskriegen und bankrotten Staaten viele Chancen für kreative Marken und Unternehmer bieten, auf neue Bedürfnisse der Konsumenten einzugehen, konzentrieren wir uns generell eher auf die Möglichkeiten. Von Brasilien bis Belgien: Wer rastet, der rostet!

 

Bevor Sie weiterlesen...

Da es bei uns um Trends geht, aber mit ‚Trends' vom ‚steigenden Bevölkerungsalter in Zentraleuropa' bis zu ‚den neuen Rocklängen im Frühling 2012 so ziemlich alles gemeint sein kann, müssen wir ein wenig genauer werden:

  • Wir untersuchen Konsumtrends, keine Makrotrends. Obwohl, im Grunde untersuchen wir die auch, aber wir veröffentlichen sie nicht. Wenn Sie also eine ‚umwelt- und geopolitische Makroaufnahme' für 2011 sehen wollen, schauen Sie doch am besten bei Quellen wie dem McKinsey Global Institute und Global Trends nach.
  • Natürlich tauchen Trends nicht einfach am 1. Januar auf und verschwinden am 31. Dezember wieder. Wir stillen gerne Ihr Bedürfnis nach Top Ten-Listen, aber Trends verändern sich eben ständig. Darum ist alles, was jetzt folgt, auf irgendeine Art und Weise bereits aktuell. Große Konsumtrends sind in diesem Sinne mehr Strömungen als Killerwellen.
  • Wir behaupten auch nicht, dass es 2011 nur elf Konsumtrends zu beobachten gibt; tatsächlich gibt es zu jedem Zeitpunkt Dutzende wichtiger und wissenswerter Trends, die Sie für ihre Marke nutzen können. Wir präsentieren Ihnen lediglich eine Auswahl, sozusagen als Vorgeschmack. Falls wir Ihren Appetit auf mehr geweckt haben, testen Sie doch einfach die Listen anderer Trendfirmen oder melden Sie sich bei unserem Premium-Service an. Sie erhalten einen exklusiven, mehr als 100-seitigen Trendreport für 2011, in dem über 60 Trends beschrieben werden.
  • Viele der Trends, die wir in den letzten Jahren vorgestellt haben, werden auch nächstes Jahr noch wichtig sein  — genau wie die, die wir in diesem Briefing besprechen. Vom MATURIALISM bis zu den BRAND BUTLERS (MARKEN-BUTLER).
  • Oh, und keiner dieser Trends betrifft alle Konsumenten auf einmal.
  • Und zu guter Letzt: beim ‚Trend watching' geht es auch um Anwendung und Innovationen. Also vergessen Sie ‚gut zu wissen' und ‚Zukunftsmusik'. Lesen Sie den letzten Abschnitt dieses Trend Briefings, um zu erfahren, wie Sie diese Trends direkt anwenden können.


Eine kurze Übersicht der 11 Konsumtrends:


1. RANDOM ACTS OF KINDNESS

2011 können Sie erwarten, dass Unternehmen die öffentlich geäußerten Launen der Konsumenten genau beobachten und mit RANDOM ACTS OF KINDNESS reagieren...Marketing wird nie mehr sein wie zuvor ;-) Weiterlesen »

2. URBANOMICS

Sind Sie bereit für Hunderte Millionen von Konsumenten, die mehr Mut und Erfahrung als je zuvor haben? Übrigens sind sie nur einer der vielen Nebeneffekte der rasend schnellen, globalen Urbanisierung... Weiterlesen »

3. PRICING PANDEMONIUM

Flash Sales, Gruppenkäufe, GPS-gesteuerte Deals: in diesem Jahr werden Preise gestaltet wie nie zuvor... Weiterlesen »

4. MADE FOR CHINA (IF NOT BRIC)

Rechnen Sie damit, dass immer mehr ‚westliche' Marken den Konsumenten in Schwellenländern neue Produkte oder sogar neue Marken widmen (oder sie zumindest berücksichtigen)... Weiterlesen »

5. ONLINE STATUS SYMBOLS

Bieten Sie ihren (online-liebenden) Kunden dieses Jahr ein virtuelles oder auch reales Statussymbol, mit dem sie Gleichgesinnten ihre Online-Aktivität, ihre Kreationen und ihre Beliebtheit anzeigen können... Weiterlesen »

6. WELLTHY

Gute Gesundheit ist heute für viele Konsumenten genau so wichtig wie die größten, neuesten oder tollsten Statussymbole. In den nächsten 12 Monaten (und darüber hinaus) werden immer mehr Konsumenten von Gesundheitsprodukten und -Dienstleistungen erwarten, dass sie Sie vor wirklichem Übel bewahren (oder sogar ihre Lebensqualität verbessern), anstelle nur Krankheiten und Beschwerden zu beheben... Weiterlesen »

7. SOCIAL-LITES AND TWINSUMERS

Rechnen Sie damit, dass immer mehr Konsumenten zu Kuratoren werden, die Inhalte, Produkte, Käufe und Erfahrungen für ihre Freunde und ein größeres Publikum verbreiten, zusammenstellen, kommentieren, teilen und empfehlen... Weiterlesen »

8. EMERGING GENEROSITY

Von Marken und wohlhabenden Einzelpersonen in Schwellenländern (ja, insbesondere in China) wird zunehmend erwartet werden, dass sie eher geben, spenden, und Interesse und Mitgefühl zeigen als nur zu nehmen und zu verkaufen. Und zwar nicht nur in ihren Heimatländern, sondern weltweit... Weiterlesen »

9. PLANNED SPONTANEITY

Zunehmend fragmentierte Lifestyles, immer dichter besiedelte urbane Gebiete voll mit unendlichen Optionen für Konsumenten und die Mobil-/Smartphone-Generation, die selten feste Pläne macht (oder sich an solche hält) werden uns ein Jahr voller PLANNED SPONTANEITY bescheren... Weiterlesen »

10. ECO SUPERIOR

In Sachen ‚grüner Konsum' können Sie mit einer Vielzahl von neuen ECO SUPERIOR-Produkten rechnen: Produkte, die nicht nur umweltfreundlich, sondern umweltverschmutzenden Marktriesen in jeder Form überlegen sind... Weiterlesen »

11. OWNER-LESS

Jetzt, da sich auch große Marken hinter den kulturellen Trend stellen, könnte 2011 das Jahr werden, in dem die ‚Teilen und Mieten'-Mentalität fester Teil des Mainstream-Bewusstseins wird... Weiterlesen »


RANDOM ACTS OF KINDNESS

„ZUFÄLLIGE GUTE TATEN"

Was den Mega-Trend der GENERATION G (das G steht für Großzügigkeit, nicht Gier) angeht, gibt es für Marken keinen besseren Weg, Taten auf Worte folgen zu lassen als RANDOM ACTS OF KINDNESS (R.A.K.) zu vollbringen. Das Bedürfnis der Konsumenten nach Echtheit und Menschlichkeit stellt sicher, dass eine scheinbar zufällig bezahlte Tischrechnung oder ein überraschendes Geschenk eine der effektivsten Möglichkeiten sein wird, (potentielle) Konsumenten zu begeistern — besonders die von Marken belagerten Konsumenten in Nordamerika, Europa und Japan.

Eine ernst gemeinte, authentische R.A.K.-Strategie kann Marken weniger schwerfällig und stattdessen menschlicher, charismatischer und spannender wirken lassen. Was selbstverständlich unbezahlbar ist.

Jetzt, wo die Leute immer mehr Details zu ihrem täglichen Leben, ihren Stimmungen oder ihren Aufenthaltsorten öffentlich machen (sei es auf Facebook oder auf Twitter), ist es die Fähigkeit von Marken, genau zu wissen, was im Leben der Konsumenten passiert, die den R.A.K.-Trend lebendig hält.

Durch soziale Netzwerke können sich gute Taten viel weiter verbreiten als nur zu ihren eigentlichen Empfängern — denn sie werden ihren Freunden nur zu gern unerwartet gute Neuigkeiten erzählen (siehe SOCIAL-LITES). Hier sind zwei spannende Beispiele, die es in den nächsten 12 Monaten zu kopieren oder zu übertreffen gilt:

  • In Großbritannien startete der Blumenlieferdienst Interflora eine Social Media-Kampagne, bei der Twitter-Usern der Tag durch Blumen verschönert wurde. Dazu suchte Interflora auf Twitter nach Usern, die eine Aufmunterung gebrauchen konnten. Einmal gefunden, wurden sie kontaktiert und mit einem Blumenstrauß überrascht.
  • Die holländische Fluggesellschaft KLM führte im November 2010 die Foursquare-basierte ‚How Happiness Spreads’-Kampagne durch, bei der ein 'Surprise Team' Fluggästen unerwartet persönliche Geschenke machte. Sobald jemand via Foursquare an einem KLM-Schalter eincheckte, ging das Surprise Team online, recherchierte Hintergrundinformationen und übergab noch vor Abflug ein passendes Geschenk. Zum Beispiel tweetete ein Passagier, dass er während eines New York-Besuchs ein Spiel des PSV Eindhoven verpassen würde. Das Surprise Team überraschte ihn mit einem Lonely Planet-Reiseführer für New York, in dem alle Fußball-Kneipen in Blau gekennzeichnet waren.

URBANOMICS

Urbanisierung bleibt weiterhin einer der absoluten Mega-Trends der kommenden Dekade. Hier ist eine aussagekräftige Statistik: „Heute lebt die Hälfte der Weltbevölkerung — 3 Milliarden Menschen — in urbanen Gegenden. Jeden Tag ziehen fast 180 000 Menschen in die Städte und lassen sie pro Jahr um etwa 60 Millionen Einwohner wachsen." (Quelle: Intuit, Oktober 2010).

Wie wirkt sich diese Tatsache auf die Konsumarena aus? Zum einen sind urbane Konsumenten zumeist mutiger, liberaler, toleranter, erfahrener und empfänglicher für neue Dinge. In Schwellenländern werden die Folgen der Urbanisierung noch viel deutlicher, da Neuankömmlinge nun weit von ihren traditionellen sozialen und familiären Strukturen entfernt leben und fortwährend mit einer großen Auswahl an Alternativen konfrontiert werden.

Zweitens sollten Sie ihre Augen fest auf die ‚URBANEN INSELN" richten: 30% der Weltwirtschaft werden in nur 100 Großstädten eingebracht, und fast alle Innovationen werden hier entwickelt. Viele sind Weltstädte, die sich in Jahrhunderten der Vorherrschaft entwickelt und angepasst haben: London, New York, Paris etc. Die Wirtschaftskraft von New York allein ist größer als die von 46 südlich der Sahara gelegenen Staaten zusammen. Hong Kong wird jährlich von mehr Touristen besucht als ganz Indien (Quelle: Foreign Policy, August 2010). Gleichzeitig schicken sich aber Metropole wie Shanghai, Sao Paulo und Istanbul bereits an, einen der Top-Plätze im Städte-Ranking zu erobern.

Die Bewohner dieser riesigen urbanen Einheiten spricht man erfolgreich an, indem man für Produkte, Dienstleistungen und Kampagnen einen lokal angepassten Ansatz wählt, der die landespezifischen Gegebenheiten reflektiert oder sogar übertrifft.

Kurz und bündig: 2011 sollten sie Produkte, Dienstleistungen, Erlebnisse und Kampagnen bieten, die genau auf die spezifischen (und often anspruchsvollen) Erwartungen der Städter auf der ganzen Welt zugeschnitten sind - global oder sogar Großstadt für Großstadt. Vergessen Sie auch nicht, dem Ganzen eine kräftige Prise Großstadt-Stolz hinzuzufügen. Von Smirnoffs Absolut Cities zu BMWs Megacity Vehicle: die Pfade des Großstadtdschungels sind der richtige Weg.

Hinweis: Da URBANOMICS womöglich einer der größten, aber auch einer der am stärksten unterschätzten Konsumtrends unserer Zeit ist, werden wir im Trend Briefing für Februar 2011 genauer darauf eingehen. Also falls sie es nicht bereits getan haben, melden Sie sich doch für unsere kostenlosen Trend Briefings an >>>


PRICING PANDEMONIUM

„DIE NEUE PREISORDNUNG"


Konsumenten sind seit jeher auf der Suche nach besonderen Angeboten oder Rabatten, doch erst 2011 entsteht durch neue Technologien und Dienstleistungen das totale PRICING PANDEMONIUM: 

  • Immer mehr Konsumenten sind ständig miteinander vernetzt und können neue Angebote schnell und einfach über ihre sozialen Netzwerke verbreiten.
  • Konsumenten werden immer häufiger Teil von exklusiven Netzwerken oder Gruppen sein, um besondere Angebote zu erhalten oder zu fordern.
  • Durch mobile Geräte sind Konsumenten immer mehr in der Lage, dynamische Deals direkt am Point of Sale zu entdecken oder Preise online zu vergleichen. Ein typisches Beispiel: Amazon brachte vor Kurzem eine iPhone App heraus, mit der User Preise ermitteln können, indem sie Barcodes scannen, Produkte fotografieren oder den Produktnamen sagen.

Dieser hohe Vernetzungsgrad verändert auf unendlich viele Art und Weisen das Kaufverhalten der Konsumenten. Das Sammeln von z. B. Coupons erforderte immer relativ viel Planung und Sorgfalt, und war deshalb bei den Konsumenten, die sich mehr für das Hier und Jetzt interessieren (siehe NOWISM), nie sonderlich beliebt. Heute sind Coupons mühelos online erhältlich. Außerdem ist es, nun ja, einfach nur schlau, einen Preis mithilfe seines Smartphones zu überprüfen oder per GPS oder Barcode das neueste Schnäppchen zu machen — und darum auch eher eine Quelle für Status als etwas, wofür man sich schämen müsste.

Marken können auf viele Erfolge aufbauen, wenn sie in den nächsten 12 Monaten mit einer ganzen Reihe von innovativen Geschäftsmodellen und Preisstrategien antworten:

  • Gruppenkäufe. Bereits zwei Milliarden Konsumenten nutzen online ihre kollektive Kaufkraft. Unterstützung bekommen sie dabei von einer ganzen Reihe an Diensten und sozialen Netzwerken, die es so einfach wie nie machen, sich zu organisieren und zu handeln. Behalten Sie das 2010 hoch erfolgreiche Unternehmen Groupon oder seinen Rivalen Living Social im Auge. Tatsächlich entstehen heute überall auf der Welt ‚Group Buying'-Webseiten: von GoNabit (das arabische Märkte wie Kuwait und Dubai abdeckt) über Big Lion (Russland) zu Daily Deal (Deutschland). Oder lassen Sie sich von den folgenden Beispielen überzeugen, dass Gruppenkauf in Zukunft immer wichtiger wird: im September 2010 verkaufte die chinesische Gruppenkauf-Webseite Taobao in nur 3 1/2 Stunden 200 Smart-Autos. Und im Oktober 2010 benutzte Walmart Facebook dazu, ein Gruppenkauf-Angebot bekannt zu machen. Die 5 000 „Likes", die für den Deal benötigt wurden, wurden innerhalb von 24 Stunden erreicht.
  • Member Sales. Das altgediente Format des ‚Clubs' (denken Sie an Costco) gewinnt besonders online an neuem Schwung, denn hier wachsen Nischen-Communities besonders stark. Begrenzte Mitgliederzahlen oder Mitgliedschaften per Einladung erhöhen dabei den Eindruck von Exklusivität; SOCIAL-LITE-Konsumenten genießen dabei den sozialen Shopping-Aspekt, während Marken dem TRANSPARENCY TRIUMPH durch reduzierte Angebote an kleine Gruppen zumindest ein wenig entgegenwirken können. Designer waren die ersten, die ihre Kollektionen ausgewählten Gruppen zu stark reduzierten Preisen anboten, z. B. über Webseiten wie vente-privee.com, Gilt Groupe und iDeeli. Member Sales werden nun auch in Branchen wie dem Reisemarkt (Jetsetter) oder Möbel und Einrichtung (One Kings Lane) üblich.
  • Flash Sales. Sowohl lose Gruppen wie Mitglieder-Gemeinschaften nutzen regelmäßig zeitlich begrenzte Angebote, die zu Impulskäufen verführen. Indem sie die Zeit der Verfügbarkeit einschränken und regelmäßig Angebote nur für Mitglieder machen sind Marken in der Lage, Überproduktionen schnell abzustoßen. DellOutlet und Threadless konnten mit Flash Sales auf Twitter große Erfolge verzeichnen. Und im November 2010 integrierte die Flash Sale-Webseite Hautelook ihre Angebote in ihre Facebook-Page, so dass Konsumenten ohne Umweg ein Schnäppchen machen konnten. Bei so vielen ‚Daily Deal'-Webseiten gibt es natürlich auch schon Webseiten (wie Yipit und MyNines), die alle Angebote an einem Ort zusammentragen.
    Weniger Flash Sales als Wochenend-Sales veranstaltet der Online-Factory Store von J.Crew. Er öffnet an jedem Wochenende von Freitag Mittag bis Sonntag um Mitternacht (EST), und bietet exklusiv für die Aktion produzierte, beliebte J.Crew-Artikel zu reduzierten Preisen an.
  • Lokale Angebote. Da immer mehr Konsumenten in der Lage sind, ihren aktuellen Aufenthaltsort mitzuteilen (entweder öffentlich via Facebook, Twitter oder andere ortsbezogene Dienste), können Marken Angebote praktisch immer direkt am Point of Sale machen. Dabei kann es sich um Belohnungen für bestimmte Aktionen (Shopkick und Checkpoints), ‚Geo-Location'-Angebote (PlaceCast) oder auch einfach nur um Apps handeln, die Geo-Daten verwenden (wie das britische Vouchercloud). Trotz des Hypes um ‚Check-in Games' wie z. B. Foursquare haben B2C-Marken festgestellt, dass der beste Anreiz für Kunden weiterhin ein guter Deal ist (siehe Gap's Promotion zum Launch von Facebook Deals).
  • Dynamische Preise. In der Flugverkehrs-Industrie haben sie schon lange Tradition, und nun machen es Verbesserungen in der Echtzeit-Datenverarbeitung möglich, dass auch andere Branchen mit innovativen, dynamischen Preismodellen experimentieren können. Beispiele sind der US-Anbieter Off and Away, der Hotelzimmer versteigert, und Swoopo, eine deutsche ‚Entertainment Shopping'-Webseite, auf der jedes Gebot die Auktionszeit verlängert.

MADE FOR CHINA (IF NOT BRIC)

„FÜR CHINA (WENN NICHT FÜR ALLE BRIC-STAATEN) GEMACHT"


Rechnen Sie damit, dass immer mehr ‚westliche' Marken neue Produkte oder sogar ganze Marken ausschließlich den Konsumenten in Schwellenländern widmen (oder sie zumindest berücksichtigen) werden. Schließlich sind es Regionen mit hoher Kaufkraft, und westliche Marken werden immer noch den lokalen vorgezogen — die Kombination von wahrgenommener Qualität mit ein wenig lokaler Anpassung, Liebe oder Exklusivität ist also nur logisch*.

*
Wie alle Konsumenten schätzen die Chinesen, Inder oder Brasilianer Produkte, die auf ihre Bedürfnisse und Wünsche zugeschnitten sind — entweder aus praktischen Gründen (Form, Größe, Ausstattung) oder aufgrund eines tief verwurzelten Bedürfnis nach Anerkennung (Kulturstolz, Herkunft, Lifestyles).

Dieses MADE FOR CHINA (IF NOT BRIC)-Phänomen ist nur einer von vielen Sub-Trends, die aus dem Makro-Trend der sich in die Schwellenländer verschiebenden Wirtschafts- und Kaufkraft entsteht. Nur zur Erinnerung:

  • Die Verkaufszahlen in Chinas Einzelhandel, dem Hauptmaßstab für Konsumkraft, stiegen von Mai 2009 innerhalb eines Jahres um 18.7% auf 183 Milliarden US-Dollar, nachdem die Zahl im vorigen Jahr bereits um 15.2% gestiegen war. (Quelle: Chinese National Bureau of Statistics, Juni 2010)
  • China’s Einzelhandelsverkaufszahlen könnten die USA übertreffen, wenn sie 2016 5 Billionen US-Dollar erreichen. (Quelle: Chinese People’s Political Consultative Conference, September 2010)
  • Wohlhabende Chinesen bevorzugen ausländische Marken: 52% der Konsumenten, deren jährliches Einkommen 250,000 RMB (36 765 US-Dollar) übersteigt, haben mehr Vertrauen in ausländische als in chinesische Marken, und nur 37% geben an, einheimische Marken zu bevorzugen. (Quelle: McKinsey, September 2010)

Wer ist bereits auf den MADE FOR CHINA-Trend aufgesprungen? Lesen Sie selbst in den folgenden Beispielen:

  • Levi's dENIZEN Jeans-Marke, wirbt mit schmaleren Passformen um asiatische/chinesische Konsumenten.
  • Dior's sehr teures Shanghai Blue Phone gibt es nur Geschäften in Shanghai.
  • Hermès’ neue chinesische Marke, Shang Xia; die Luxusgeschäfte verkaufen Ready-to-wear-Artikel und dekorative, von chinesischer Kultur inspirierte Kunst.
  • Chloé’s limitierte Handtaschen-Edition 'Marcie' feiert ihren fünften Geburtstag in China.
  • BMW’s Limited Edition des M3 Tiger in Metallic-Orange feiert das 25. Jubiläum des M3-Modells in China — im chinesischen Kalender fällt es zufällig auf das Jahr des Tigers.
  • Und zu guter Letzt die Inspiration für den Namen dieses Trends: die Mitarbeiter des Apple Store in Shanghai begannen, rote T-Shirts mit dem Slogan ‚Designed in California, Made for China' in Mandarin zu tragen. Dieser Satz ist ein Wortspiel auf die Inschrift auf der Rückseite aller iPhones: ‚Designed by Apple in California, assembled in China'.

P.S. Da noch immer viele Konsumenten weitaus weniger verdienen als Gleichgestellte in Industrienationen, arbeiten Marken wie Honda (Li Nian), Nissan (Venucia) und GM (Baojun) bereits daran, ‚günstigere' Marken auf den chinesischen Markt zu bringen. Und ja, das ist noch ein weiterer ‚Schwellenland'-Subtrend. Falls Sie von diesem Thema einfach nicht genug bekommen können, lesen Sie unsere Trend Briefings über FUNCTIONALL und EXCEPTIONALL.


ONLINE STATUS SYMBOLS

„ONLINE-STATUSSYMBOLE"


Online-Kultur ist immer noch die Kultur schlechthin, weshalb wir in den nächsten 12 Monaten immer mehr Online-Statussymbole sehen werden (schließlich reflektiert den Zeitgeist nichts so sehr wie Statussymbole). Zuerst ging es nur darum, mit den Besucherzahlen der eigenen Flickr-Seite oder dem eigenen Blog anzugeben. Heute ist auch die Anzahl der Facebook-Freunde (oder in jedem anderen sozialen Netzwerk), Twitter-Follower, Check-ins via Foursquare und eine ganze Reihe weiterer Aspekte von Bedeutung.

Bieten Sie ihren (online-liebenden) Kunden in den kommenden 12 Monaten ein solches Symbol, sei es virtuell oder ‚aus der realen Welt', mit dem sie Gleichgesinnten ihre Online-Beiträge und ihre Persönlichkeit zeigen, und ihre Kreationen und ihre Beliebtheit präsentieren können.

Ein weiteres, beachtenswerte Element sind neue Statussymbole, die sowohl in der ‚realen' wie in der 'Online'-Welt gültig sind. Von physischen Manifestationen des digitalen Status' (z. B. personalisierte Facebook- und Twitter-Memorabilien) bis zu Online-Anerkennung für physische Aktivitäten (Status-Updates oder Abzeichen für tatsächliche Besuche) — Konsumenten werden ihren Online-Status überall zeigen wollen. Hier sind einige spannende (und aussagekräftige) Beispiele:

  • Mit Twournal können Twitter-User aus ihren Tweets und Bildern ein richtiges, gebundenes Tagebuch machen. Neben ihren eigenen können Sie auch Veröffentlichungen von anderen Usern erwerben.
  • Der US-amerikanische Dienst CrowdedInk bietet eine App, mit der man Tassen mit Bildern seiner Facebook-Freunde oder Twitter-Follower bedrucken lassen kann. Die User müssen nur ihren Benutzernamen eingeben und ihnen wird automatisch und innerhalb von Minuten eine Vorschau der Tasse angezeigt.
  • Bei ‚Geo-Location'-Games wie Foursquare gewinnen Mitglieder für erledigte Aufgaben Abzeichen. Es gibt unter anderem das ‚Super Mayor'-Abzeichen (wenn man an zehn verschiedenen Orten gleichzeitig ‚Bürgermeister' ist), das ‚Entourage'-Abzeichen (wenn man mit zehn Freunden an einem Ort eincheckt), das ‚Gym Rat'-Abzeichen (wenn man innerhalb von 30 Tagen zehn Mal im Fitnessstudio eingecheckt hat) und sogar das ‚Last Degree'-Abzeichen (wenn man am Nordpol eincheckt ;-).
  • Nerd Merit Badges sind reale Representationen von Online-Errungenschaften auf Foursquare. Die aufwändig bestickten, mit Klettband versehenen Abzeichen kosten ca. 6 US-Dollar. Im Foursquare Online-Shop sind seit neuestem ganz ähnliche Buttons erhältlich.

WELLTHY

Eine gute Gesundheit ist heute für viele Konsumenten genau so wichtig wie die größten, neuesten oder tollsten Statussymbole zu haben. Darum werden Konsumenten von Gesundheitsprodukten und -Dienstleistungen immer öfter erwarten, dass sie vor wirklichem Übel bewahren oder sogar ihre Lebensqualität verbessern, anstelle nur Krankheiten und Beschwerden zu beheben. Hier sind einige „Zeichen der Zeit":

  • 73% der US-amerikanischen Konsumenten halten körperliche Fitness für einen wichtigen Teil eines ‚guten Lebensstils'. 74% finden, dass auch ‚ein gutes persönliches Gefühl' dazu gehört. (Quelle: The Hartman Group, August 2010)
  • 2015 werden geschätzt 500 Millionen Menschen auf der ganzen Welt mobile Apps aus dem Gesundheitswesen verwenden. (Quelle: Research2Guidance, November 2010)
  • Im November 2010 waren fast 17 000 gesundheitsbezogene Apps in den großen App Stores verfügbar. 57% waren eher für Konsumenten als für Leute aus dem Gesundheitswesen gemacht (Quelle: Research2Guidance, November 2010)
  • Junge Erwachsene verwenden am häufigsten Gesundheits- oder medizinische Apps: ca. 15% der 18- bis 29-jährigen haben bereits solche Apps gekauft, entgegen nur 8% der 30- bis 49-jährigen. (Quelle: The Pew Internet Project, Oktober 2010)

Im nächsten Jahr können Sie damit rechnen, dass immer mehr medizinische Überwachungsgeräte leichter, wortwörtlich tragbar und außerdem günstiger werden (die Smartphones in den Händen der Konsumenten sind heute technisch ausgereifter als die meisten medizinischen Geräte).

Zusätzlich hat das Publikum in sowohl regulären wie speziellen, gesundheitsbezogenen sozialen Netzwerken die Möglichkeit, ihre persönlichen gesundheitlichen Probleme mit anderen Konsumenten zu teilen, zu vergleichen und zu diskutieren.

Zu guter Letzt bedeutet die ‚Consumerization' der Gesundheit auch, dass immer mehr Konsumenten Produkte mit eingebautem gesundheitlichen Nutzen wählen, die gut gestaltet, begehrenswert, erschwinglich, Spaß bringend, geschmackvoll oder interessant sind. Hier ein paar Beispiele:

  • Das Strollometer ist ein Gerät, das Daten über die Spaziergewohnheiten frischgebackener Mütter aufzeichnet. Auf dem Bildschirm werden die aktuelle Geschwindigkeit, der zurückgelegte Weg, Dauer des Spaziergangs, die durchschnittliche wie die maximale Geschwindigkeit und die Außentemperatur angezeigt. Nach dem Spaziergang können Mütter die Daten auf der Webseite Fit4Mum.com eingeben und sich ihren Kalorienverbrauch anzeigen lassen.
  • Sleep On It ist eine mobile App, mit der User ihren Schlafrhythmus überwachen können. Das kostenlose Tool kann feststellen, welche Faktoren den Schlaf beeinträchtigen können und wie viel Schlaf pro Nacht benötigt wird, um sich ausgeschlafen und fit zu fühlen. Sleep On It misst die Dauer, Qualität und die Schlummerzeit der User und vergleicht sie mit ihrer Stimmung, so dass sie feststellen können, wie sich ihr Schlafrhythmus auf ihre Gesundheit und ihre Lebensqualität auswirkt.
  • Philips DirectLife ist ein kleines, leichtes Messgerät, mit dem sich detaillierte Daten der die tägliche Aktivität des Benutzers sammeln lassen. Diese Daten werden in die persönliche DirectLife-Webseite hochgeladen, die anzeigt, wie viele Kalorien verbraucht wurden. User können ihren Fortschritt mit ihren Zielen abgleichen und haben Zugang zu einem persönlichen Coach. Sie können sich außerdem mit anderen Usern vergleichen, um motiviert zu bleiben, und in der Online-Community Tipps austauschen.
  • Sowohl Microsoft wie auch Sony haben in der letzten Zeit Spiele-Controller mit Bewegungssteuerung herausgebracht: X-Box Kinect und Playstation Move. Beide Systeme erkennen über Kameras (und bei Move über einen Controller) die Bewegungen der Spieler. Die Controller wurden so gestaltet, dass sie nicht nur das Spielerlebnis verbessern, können aber auch eine körperliche und gesundheitliche Komponente hinzufügen. Beispiele sind die Nintendo Wii mit Spielen wie EA Sports Active 2 und Get Fit with Mel B.

SOCIAL-LITES AND TWINSUMERS

2011 sind „Word-of-Mouth" und Empfehlungen noch stärker von P2P-Beziehungen abhängig.

Wenn TWINSUMERS* (Konsumenten mit ähnlichen Konsummustern, -Vorlieben und -Abneigungen, die darum wertvolle Quellen für Kaufempfehlungen und -Erfahrungen sind.) vor allem an der Verbesserung des Angebots interessiert sind, dann geht es bei SOCIAL-LITES vor allem darum, neues zu entdecken. Konsumenten werden zunehmend auch Kuratoren sein, die Inhalte, Produkte, Käufe und Erfahrungen für ihre Freunde und ein größeres Publikum verbreiten, zusammenstellen, kommentieren, teilen und empfehlen.

* Ein Update unseres TWINSUMER Trend Briefings wird bald in ihrem Posteingang landen — wenn sie sich für unsere monatlichen Trend Briefings angemeldet haben.

Warum sollten Konsumenten auch Kuratoren sein wollen? Indem sie ihre Meinung und ihr Wissen auf Online-Profilen anbieten, investieren sie auch viel Zeit und Mühe in ihr BRAND ME (ICH ALS MARKE). Das Publikum in Wissensgesellschaften schätzt interessante, relevante und praktische Leckerbissen, und belohnt die Kuratoren oder SOCIAL-LITES, die sie mit der Welt teilen.

Außerdem war es nie einfacher, ein SOCIAL-LITE zu sein. Anstelle Leute anzurufen oder ihnen SMS oder Emails zu schreiben, kann man Informationen heute einfach über soziale Netzwerke verbreiten — ohne jemanden zu stören oder zu unterbrechen.

Konsumenten werden sich dieses Jahr öfter als je zuvor über Marken unterhalten, und Marken haben im Gegenzug unendliche Möglichkeiten, die Konsumenten mit spannendem Content zu versorgen und sie für ihre Persönlichkeit zu begeistern — über die sie garantiert sprechen werden. SOCIAL-LITES Inhalte bereitzustellen, die sie einfach retweeten oder mit einem „Gefällt mir" versehen können, hat dabei natürlich die Mindestanforderung. Beispiele:

  • Auf dem STRP Art and Technology Festival, das vom 18 - 28 November 2010 in Eindhoven, Niederlande, stattfand, wurden Museen und Galerien mit RFID-Technologie ausgestattet. Besucher benutzen die Armbänder und 'Dashes' (die anzeigten, wie sehr ihren etwas gefiel), um Kunstwerke zu taggen und zu bewerten. Die Ergebnisse wurden zu einer sichtbaren ‚Tag Cloud' zusammengestellt, in der die beliebtesten Kunstwerke und ihr Ausstellungsort zu sehen waren.
  • Gogobot ist eine Online-Reise-Community mit sozialem Fokus. User können Fragen zu Reisezielen („Wo finde ich ein tolles Restaurant in Paris?") an die Gogobot-Community und ihre Facebook- und Twitter-Netzwerke stellen. Gogobot sammelt die Antworten und stellt eine Liste mit Links und Fotos der Vorschläge zusammen.
  • Levi's integrierte Facebook in seinen Online-Store, so dass sich Shopper mit ihren Freunden austauschen und ‚Shopping mit Gleichgesinnten' genießen können. Über den Levi's Friends Store können User Produkte mit ihren Freunden teilen, ihnen ein ‚Gefällt mir' geben oder auf Facebook nach den beliebtesten Produkten suchen.
  • Amazon macht es nun möglich, seine Facebook- und Amazon-Accounts zu verbinden. Amazon kann dann auf das soziale Netwerk zugreifen und aufgrund der verfügbaren Profil-Informationen persönliche Empfehlungen aussprechen (z. B. Bücher, DVDs oder Musiker).
  • Der US-amerikanische Dienst Mombo analysiert die Twitter-Feeds von Usern auf der ganzen Welt und erstellt so Filmbewertungen auf Basis der kollektiven Meinung der Twitter-User. Jeder Tweet wird von einer ‚Gefühls-Analyse-Maschine' analysiert. User, die sich über Twitter anmelden, erhalten Filmempfehlungen auf Basis der Tweets ihrer Freunde.
  • Storify hilft seinen Usern, Inhalte aus sozialen Netzwerken zusammenzustellen. Die User kopieren Inhalte (inklusive Bilder und Videos) und fügen sie auf der Webseite so zusammen, dass sie die gewünschten Bedeutung kommunizieren.

Warnung: Soziale Gewohnheiten und Verhaltensweisen entwickeln sich ständig weiter. Die Verbindungen, die Konsumenten untereinander herstellen, sind allerdings persönlich und darum äußerst wertvoll (und nicht immer markenbezogen!). Der Zugang zu den Sphären der SOCIAL-LITES ist für die Teilnehmer vor allem von intrinsischer Wichtigkeit. Deshalb müssen Marken Sorge tragen, ihre Konsumenten mit Respekt zu behandeln und immer transparent zu sein. Ein falscher Schritt, und die SOCIAL-LITES könnten 2011 unglaublich bissig werden ;-)


EMERGING GENEROSITY

„WACHSENDE GROSSZÜGIGKEIT"


2011 wird sich die GENERATION G(ENEROSITY) weiterhin großzügig zeigen. Bei EMERGING GENEROSITY geht es um Marken und wohlhabende Einzelpersonen in Schwellenländern (ja, insbesondere in China), die vermehrt geben, spenden, und Interesse und Mitgefühl zeigen als nur zu nehmen und zu verkaufen. Und zwar nicht nur in ihren Heimatländern, sondern weltweit. Dies ist in der Tat auch eine kulturell tiefschürfende Veränderung, an die sich Wohlhabende in den Industrienationen schon einige Jahren gewöhnen konnten. Hier ein paar spannende Statistiken:

  • 86% der Konsumenten weltweit glauben, dass eine Firma genau so viel Wert auf gesellschaftliche Interessen legen sollte wie auf ihre geschäftlichen Interessen.
    78% der indischen, 77% der chinesischen und 80% der brasilianischen Konsumenten bevorzugen Marken, die sich für gute Zwecke einsetzen — entgegen nur 62% der Konsumenten weltweit.
    8 von 10 Konsumenten in Indien, China, Mexiko und Brasilien erwarten von Marken, dass sie einen Teil ihrer Einnahmen für gute Zwecke spenden. (Quelle: Edelman, November 2010).
  • Die Zahl der indischen Millionäre stieg 2009 um 51 Prozent auf 126 700. (Quelle: Merrill Lynch, Juni 2010).
  • Im April 2010 wurde der 88-jährige Yu Pengnian zu Chinas erstem Milliardär und Philanthrop. Die Yu Pengnian-Stiftung besitzt heute Konten im Wert von 260 Millionen US-Dollar und Immobilien in Hong Kong und Shenzen im Wert von fast 1 Milliarde US-Dollar. Aus diesen Wertbeständen sollen jedes Jahr 50 Millionen US-Dollar in die Stiftung fließen. (Quelle: Hurun Rich List, Oktober 2010).
  • Im September 2010 gaben Bill Gates und Warren Buffett ein Wohltätigkeitsdinner für Chinas Ultrareiche. Bereits zuvor hatten sie bei einem ähnlichen Event US-amerikanische Milliardäre davon zu überzeugen versucht, die Hälfte ihres Vermögens zu spenden. Beide bestritten allerdings, dass sie ähnliche Forderungen aussprechen würden, sondern gaben an, dass das Dinner lediglich Gelegenheit zum Austausch über eine Kultur der Wohltätigkeit bieten sollte. (Quelle: Washington Post, Oktober 2010).

Dieses Jahr wird von jeder erfolgreichen Marke erwartet werden, sich der GENERATION G anzuschließen. Dank einiger Machtverschiebungen und dem unnachgiebigen TRANSPARENCY TRIUMPH wird es für Marken ohne wohltätige Ader keine Ausreden mehr geben ;-)


PLANNED SPONTANEITY

„GEPLANTE SPONTANEITÄT"


Schon vor zwei Jahren identifizierten wir NOWISM: Die Lust der Konsumenten nach sofortiger Befriedigung wird von immer dynamischeren und in Echtzeit erreichbaren Produkten und Dienstleistungen befeuert.

Wir fanden auch heraus, dass NOWISM tatsächlich Teil eines größeren sozio-kulturellen und technologischen Trends hin zu größerer Spontaneität war. Durch zunehmend fragmentierte Lifestyles, immer dichter besiedelte Städte voll von unendlich vielen, sofort verfügbaren Optionen für Konsumenten (URBANOMICS!), und die Mobil-/Smartphone-Generation, die selten feste Pläne macht (oder sich an solche hält), wird 2011 ein Jahr voller PLANNED SPONTANEITY sein.

Rechnen Sie damit, dass sich Konsumenten massenhaft bei Services anmelden (der PLANNED Teil), die fast müheloses MASS MINGLING mit Freunden, Familie, Kollegen oder ‚potentiellen Freunden oder Dates' ermöglichen (der SPONTANEITY Teil ;-)

Was wird als nächstes geschehen? Blicken Sie weiter als nur auf Twitter, und rechnen Sie mit (jüngeren) Konsumenten, die freiwillig und automatisch ihren Aufenthaltsort veröffentlichen werden*, um im Gegenzug smarte Tipps zu erhalten, was sie als nächstes unternehmen oder wen sie als nächstes treffen könnten. Werden die Konsumenten akzeptieren, dass ihre mobilen Daten gesammelt, zusammengeführt, analysiert und weitergegeben werden? Die Antwort wird höchstwahrscheinlich positiv ausfallen, wenn die Vorteile nur interessant und spannend genug sind oder sogar mehr Lebensqualität bedeuten.

*Jeff Jonas von IBM geht davon aus, dass über mobile Geräte in den USA jeden Tag 600 Milliarden geografisch lokalisierbare 'Transaktionen' vollzogen werden (inklusive aller Anrufe und SMS, nicht nur Verbindungen über web-fähige Smartphones!)

Für die Konsumenten liegt der Schlüssel zu PLANNED SPONTANEITY darin, zu wissen, wo sie sind und was / wer sich in der Nähe befindet. Indem Geo-Location zum Schlüssel-Feature in sozialen Netzwerken und Web Apps wird (von bereits etablierten Netzwerken, die nun auch ortsbezogene Daten einbeziehen, wie z. B. Facebook Places, Twitter Locator, und Google Hotpot, bis zu speziellen Diensten wie Foursquare, Gowalla und Brightkite), wird dies in der Zukunft um einiges leichter festzustellen sein. Beispiele:

  • Geomium verwendet Daten aus lokalen Bewertungsforen wie Yelp oder Qype und verbindet sie mit ‚Social Data'. So können User nicht nur sehen, welche ihrer Freunde in der Nähe sind, sondern auch Informationen zu Events und Lokalitäten erhalten.
  • Bei LikeOurselves können sich Leute mit gemeinsamen Interessen mithilfe von mobilen Gruppen gegenseitig finden. Über den Dienst kann man unkompliziert eine eigene Gruppe eröffnen, Mitglieder im Umkreis von 20 Meilen finden, und so spontane Treffen vereinbaren.
  • Fast Society ist ein New Yorker Start-up, dass ganz zu den Ursprüngen von Twitter zurückgeht. Ziel ist, die Kommunikation mit Freunden unterwegs einfacher zu machen. Der Dienst ist SMS-basiert und Gruppen können für den Zeitraum zwischen 3 Stunden und 3 Tagen eröffnet werden. Dadurch wird der spontane Aspekt des Dienstes verstärkt.
  • Unsocial verwendet einen Geo-Location-Algorithmus und soll es ermöglichen, Menschen mit dem gleichen Beruf oder aus derselben Branche kennenzulernen. Innerhalb der App drückt man einfach den ‚People'-Button, und Unsocial zeigt relevante Treffer in der Umgebung an.

ECO SUPERIOR

Die größte Herausforderung für Regierungen, Konsumenten und Unternehmen (in einer Rezession oder nicht) ist das Streben nach einer nachhaltigeren Gesellschaft und Wirtschaft. In Sachen ‚grüner Konsum' können Sie mit einem Anstieg an ECO-SUPERIOR-Produkten rechnen: Produkte, die nicht nur umweltfreundlich, sondern umweltverschmutzenden Marktriesen in jeder Form überlegen sind. Stellen Sie sich einfach eine Kombination aus umweltfreundlicher und überlegener Funktionalität, überragendem Design und/oder riesiger Kostenersparnis vor.

Warum wird ECO-SUPERIOR wichtig? Die Zahl der ‚grünen' Konsumenten beginnt zu stagnieren, und Mainstream-Konsumenten stellen den Wert und die Effizienz des grünen Konsums vermehrt in Frage:

  • 40% der Konsumenten geben an, dass sie grüne Produkte kaufen würden, aber wenn sie die Wahl haben tun es nur 4%. (Quelle: Journal of Marketing, September 2010)
  • 58% der Konsumenten weltweil denken, dass umweltfreundliche Produkte zu teuer sind; 33% der Konsumenten weltweit denken, dass umweltfreundliche Produkte insgesamt weniger effektiv sind. (Quelle: GfK Roper, September 2010)
  • Zwischen 2009 und 2010 nahm die Zahl der in den USA erhältlichen grünen Produkte um 73% zu, aber nur 5% dieser Produkte wurden ohne falsche Greenwashing-Versprechen vermarktet. (Quelle: Terrachoice, Oktober 2010)

Rechnen Sie fest damit, dass eine ganze Reihe führender Marken ihre Produkte nicht mehr nur über die Nische der Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit vermarkten, sondern wieder direkt auf das Herz des traditionellen Marketings zielen werden: indem sie überlegene Qualität und Design, Langlebigkeit und niedrige Betriebskosten des Produkts betonen, werden sie sogar den egozentrischsten, finanziell beschränkten Öko-Skeptiker ansprechen.

Beispiele für ECO-SUPERIOR? Wie wäre es mit dem Ovopur, einem umweltfreundlichen Wasserreinigungsgerät in ansprechendem Design? Oder der Stealth Toilet, die pro Spülvorgang nur 3 Liter verbraucht und so für eine durchschnittliche Familie eine jährliche Ersparnis von ca. 75 000 Litern bedeutet. Wie wäre es mit dem Renault DeZir, einem ‚grünen Super-Concept Car', das innerhalb von 5 Sekunden auf 60 km/h beschleunigt? Oder Philips' 12-Watt EnduraLED-Leuchtbirne...

Auch unser ECO-EASY-Trend, den wir in unseren Trends für 2010 vorgestellt haben, bleibt weiter stark. Das hier haben wir vor einem Jahr gesagt:

„All die guten Absichten der Unternehmen und Konsumenten sind sehr hilfreich; dennoch werden ökologisch relevante Ergebnisse erst dann erreicht werden, wenn nachhaltige Produkte und Prozesse eine Selbstverständlichkeit geworden sind. Vielleicht muss es Unternehmen sogar unmöglich gemacht werden, nicht-nachhaltige Alternativen anzubieten. Oft wird dies energisches, wenn nicht schmerzhaftes Eingreifen seitens der Regierungen bzw. viel Mut oder brilliantes Design von den Unternehmen erfordern, wenn nicht alles auf einmal. Alles ist denkbar, von durchweg ‚grünen' Gebäuden über ein komplettes Verbot von Plastiktüten und -Flaschen hin zu superstrikten Fischerei-Quoten. Alles, was von Vornherein keine Wahl und keinen Raum für Überlegungen lässt, und die Konsumenten (und Unternehmen) so dazu bringt, das Richtige und Notwendige zu tun".

Hier ist nur ein ECO-EASY-Beispiel, dass uns kürzlich aufgefallen ist:

  • Im September 2010 gab der berühmte italienische Nationalpark Cinque Terre bekannt, dass im Parkgebiet zukünftig keine Plastikflaschen mehr benutzt werden dürfen. Cinque Terre will damit helfen, die Küste vor Verschmutzung und Abfall zu schützen. Stattdessen können Besucher wiederverwendbare Metallflaschen kaufen, die sie kostenlos an Wasserspendern im ganzen Park mit stillem oder Mineralwasser auffüllen können.

OWNER-LESS

„BESITZERLOS"


Bereits 2006 haben wir uns im TRANSUMERS-Briefing mit dem Aufkommen von ‚Fractional Ownership'- und ‚Lifestyle Leasing'-Modellen beschäftigt (nie wieder zwielichtiges ‚Timesharing'!). Der Erfolg von Marken wie Rent the Runway (Mode), Avelle (Handtaschen — früher bekannt als Bag, Borrow or Steal) und P1 (Luxusautos) hat gezeigt, dass viele Konsumenten ständigen Zugang tatsächlichem Besitz vorziehen. In der Tat gibt es nur wenige Branchen, die sich das NetFlix-Modell noch nicht zu eigen gemacht haben, sei es von Vorlesungsskripten über Schmuck hin zu bildungsrelevanten Videospielen oder Taschenrechnern.

Die Anreize für Konsumenten sind offensichtlich:

  • Besitz bedeutet traditionell auch immer ein gewisses Maß an Verantwortung, Kosten und Verbindlichkeit. Konsumenten auf der Suche nach Komfort, echtem Nutzen und so vielen verschiedenen Erlebnissen wie möglich wollen keine dieser Verpflichtungen.
  • Fractional Ownership- und Leasing Lifestyle-Unternehmen bieten die Möglichkeit, ständig bessere und neue Produkte nutzen und erleben zu können, und eröffnen Konsumenten außerdem den Zugang zu sonst unerreichbarem Luxus.
  • Besonders in Städten mit begrenztem Stellplatz ist es teuer und nicht gerade nachhaltig, sperrige und unregelmäßig benutzte Dinge zu besitzen. Da immer mehr Konsumenten mobilen Zugang zu Online-Systemen haben, wird es immer einfacher, Gebrauchsgegenstände einfach zu mieten, wo und wenn sie gebraucht werden (siehe PLANNED SPONTANEITY).

2011 könnte das Jahr werden, in dem Share- und Mietkonzepte vollständig in den Mainstream des Konsumbewusstseins eingehen. Zwei Schlüsselentwicklungen:

  • Rechnen Sie damit, dass mehr und mehr große Marken auf den Zug aufspringen. Das Carsharing-Prinzip ist eine der großen Erfolgsgeschichten des OWNER-LESS-Trends, und heute entstehen auf der ganzen Welt Auto-Clubs: Zipcar ist der Marktführer, aber ähnliche Modelle gibt es mittlerweile auch von Australien (GoGet) bis Brasilien (Zazcar). Große Marken sehen die Erfolge dieser kleinen Start-ups und wollen ihr Stück vom Kuchen: Hertz launchte im Dezember 2008 den Carsharing-Service Connect, und Daimler bedient nach dem erfolgreichen Testlauf von car2go in Ulm nun auch Hamburg und Austin, Texas, mit PKW nach dem Kurzzeitmiete-Prinzip. Im Juli 2010 launchte Peugeot seinen Mu-‚Mobilitäts'-Service in Großbritannien, nachdem das Konzept schon erfolgreich in Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien eingeführt worden war. Kunden können jede Art von Vehikel mieten, sei es ein PKW, Motorroller, Lieferwagen oder auch einfach ein Fahrrad.
  • Für Stadt- und Gemeindeverwaltungen entstehen durch Sharing-Konzepte ganz neue Möglichkeiten, nachhaltige Services zu niedrigeren Kosten anzubieten. Öffentliche City Bike-Programme waren 2010 ein weltweiter Hit: sie wurden unter anderem erfolgreich in Minnesota, London, Mexico City, und außerdem im Ruhrgebiet in Deutschland eingeführt. Verwaltungen erwägen jetzt neue Formen des öffentlichen Verkehrs: Paris (bereits City Bike-Pionier) launchte Autolib, ein Sharing-Modell für Elektroautos. Und das New York City Department of Transportation gab im Oktober 2010 die Partnerschaft mit Zipcar bekannt.

Durch die hohe Präsenz dieser vielen Initiativen gewöhnen sich alle Konsumenten schnell an das neue Angebot, und damit auch an die Idee, große und oft unbenutzte Gebrauchsgegenstände einfach zu teilen oder zu mieten — so bekommt die OWNER-LESS-Idee einen Extra-Schub.

P.S. Die obige, kurze Einleitung beschäftigt sich nur mit Angeboten von Marken oder Verwaltungen. Es gibt zusätzlich noch eine ganze Reihe von Webseiten für P2P-Angebote, die es Konsumenten möglich machen, untereinander zu teilen. Von Wohnungen über Mode bis hin zu Autos (und Parkplätzen) ist alles verfügbar. Sie können also bald mit einem umfassenden Briefing zum Aufstieg von OWNER-LESS rechnen.


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Los geht's!

Für treue Leser sind sie bereits ein alter Hut: vier Wege, diese Konsumtrends anzuwenden und Gewinn aus den Innovationen zu ziehen, die sie ermöglichen. Fragen Sie sich einfach selbst, ob sie (und wenn ja, wie):

  1. die Vision ihres Unternehmens formen und beeinflussen können.
  2. Sie zu einem neuen Geschäftskonzept, einer neuen Unternehmung oder einer neuen Marke inspirieren.
  3. ein neues Produkt, eine neue Dienstleistung oder ein neues Erlebnis für einen bestimmten Typ Konsument bedeuten
  4. die Sprache der Konsumenten sprechen, die bereits einen Trend ‚leben'.

Für mehr Tipps, wie sie Trends entdecken und nutzen können, lesen Sie unseren TIPPS-Abschnitt. Eigentlich ganz einfach, oder?